
"Jetzt
erzähl mir bloß nicht, daß du sie angequatscht
hast. Dazu bist du doch viel zu verkorkst", bemerkte
ich lachend, da ich genau wußte, wie Martina in
solchen Situationen reagierte.
"Hey, ich bin deine beste Freundin! Aber du hast
recht. Ich hatte nicht nur eine Gänsehaut, sondern
auch einen mächtigen Kloß im Hals. Ich verdrückte
mich in die Ecke am Ende der Bar. Ich wollte sie nur
ein wenig beobachten. Aber ich merkte schnell, daß
sie mich die ganze Zeit anstarrte. Das kannst du dir
nicht vorstellen, aber plötzlich wurde mir der
BH zu klein."
"Und dann?" fragte ich, um die Sache vorwärts
zu treiben. Ich war im Grunde nicht an dem Vorspiel
interessiert, sondern wollte wissen, was abgegangen
war. Andrea erlebte andauernd etwas Heißes und
meistens baute mich das wieder auf.
"Ja, warte. Ich sitze also so da und sehe zu ihr
herüber. Wir sehen uns direkt in die Augen. Die
Gänsehaut wurde zu einem Dauerzustand."
"Ja, ja. Und weiter? Hast du sie angesprochen?"
"Ich? Bist du verrückt. Aber sie ist zu mir
gekommen. Sie sah mir in die Augen und lächelte.
Dann fragte sie mich, ob ich in der Nähe wohne.
Ich war wie hypnotisiert und sagte ja. Und dann fragte
sie mich, ob ich nicht Lust hätte."
"Lust wozu? Laß dir doch nicht jedes Wort
aus der Nase ziehen."
"Zu was wohl. Liebe natürlich. Und wie ich
Lust hatte. Vor meinem Auge spielte sich schon alles
genau ab. Meine Hände berührten ihren sanften
Körper, meine Augen glitten über ihre Haut
und mein Mund küßte ihren Hals. Ich sag dir,
ich kam mir wie in einem der romantischen Filmen vor.
Nur daß das absolut echt war."
"Und dann hast du sicher noch überlegt, wie
sie es dir besorgen könnte, ja?" wollte ich
wissen.
"Quatsch. Aber laß mich weiter erzählen.
Wir sind also zu mir nach Hause. Noch im Flur begannen
wir uns zu küssen. Sie hat so einen unendlich weichen
Mund. Und ihre Zunge, so verspielt und ganz, ganz lieb.
Echt wahnsinnig. Ich zittere immer noch. Im Wohnzimmer
setzten wir uns auf das Sofa. Ich dachte noch, ich müsse
ihr etwas zu trinken anbieten. Doch sie löschte
schon ihren Durst an meinen Lippen. Nach und nach zogen
wir uns aus. Ich war wie im Rausch. Unsere Körper
berührten sich permanent, ihre Hände untersuchten
mich überall, ihre Lippen kosteten jeden Teil.
Einfach gigantisch."
Ich verfolgte jedes Bild ihrer Erzählung in meiner
Vorstellung. Mir wurde dabei wieder so seltsam warm.
So wie jedesmal, wenn sie eines ihrer heißen Abenteuer
zum Besten gab.
"Und dann?"