
Seine
Worte klangen in meinen Ohren immer noch wie ein schlechter
Alptraum: "Blas mir einen". Wie konnte er
nur derart beleidigend sein. Dafür dürfte
sein Kopf jetzt noch dröhnen. Meine Hand schmerzte
noch immer von der Ohrfeige. Ich packte mein Kopfkissen
und warf es auf den Boden. Meine Wut über Peter
kannte keine Grenzen. Dabei wollte ich doch nur ein
wenig Schmusen. Doch jedesmal wollte er gleich harten
Sex. War er so dämlich oder war ich nur ein Sexspielzeug
für ihn? Gerade als ich meinen Kopf unter die Decke
stecken und schmollen wollte, klingelte das Telefon.
Ich machte mich lang und nahm den Hörer vom Nachttisch.
"Ja!?" schrie ich hinein.
"Hey, was ist denn mit dir los?" fragte mich
eine bekannte Stimme barsch zurück.
"Ach du bist es, Andrea." Ich setzte mich
hin, wischte die Tränen von der Wange und lauschte.
"Wieder Ärger?"
"Ach, hör mir auf. Männer sind doch alle
Schweine", schluchzte ich in den Hörer.
"Ganz meine Rede", lachte Andrea.
"Mach's es doch so wie ich."
"Das kann ich doch nicht", erklärte ich,
als ob ich schon öfters darüber nachgedacht
hätte, obwohl es eigentlich eine Trotzreaktion
war.
"Mit einer Frau. Das ist doch nicht normal."
"Aber solche Kerle. Das ist normal, oder? Dabei
wollte ich dir gerade erzählen, was ich mit einer
total Unbekannten erlebt habe." Da wurde ich hellhörig.
"Was denn? Erzähl schon."
"Ich dachte, es interessiert dich nicht?"
"Wer sagt denn so etwas? Ich habe gesagt, daß
ich das nicht könnte. Also, jetzt erzähl schon",
forderte ich sie auf und legte mich quer über das
Bett.
"Also gut. Du kennst doch das Lovetoys? Unten an
der Friedrichsstraße."
"Klar. Da habt ihr doch den Kerl fertig gemacht,
weil er dachte, er könne sich in der Lesbenbar
als Wohltäter aller Frauen aufspielen."
"Ja, die. Also, eigentlich wollte ich nur schnell
etwas trinken und dann ins Schwimmbad. Da stand eine
traumhafte Frau an der Bar. Ehrlich, so etwas Heißes
habe ich vorher noch nie gesehen. Groß, blond,
blaue Augen, eine Aura, die nach Sex schrie. Ich bekam
sofort eine Gänsehaut."