
"Also
gut, Thomas. Ausnahmsweise kannst Du noch trainieren,
die zwei Frauen da drüben sind ja auch noch dabei.
Aber mach nicht so lange. Und wenn Du gehst, achte darauf,
daß alle Lichter aus sind und Du die Türe
richtig zuziehst. Lasse keinen anderen mehr hierein,
ich habe das Schloß umgestellt, so daß man
nur noch hinaus gehen kann", erklärte Max,
der Inhaber des Fitneßstudios seinem Mitglied
Thomas, der noch zur späten Stunde trainieren wollte.
"Ist gut Max. Ich gehe einfach noch mal durch das
Studio, die Lichtschalter sind ja dort drüben neben
der Tür. Sollte kein Problem sein. Danke, Max",
resumierte der Spättrainierende. "Bevor ich
es vergesse, Thomas. Ich habe die Türe zu der Männerdusche
abschließen müssen. Die haben mir letzte
Nacht schon wieder die Scheibe zertrümmert. Aber
wenn Du willst, kannst Du anschließend schnell
in die Damenduschen. Ich glaube nicht, daß jemand
etwas dagegen hat."
"Alles klar, Max. Ich danke Dir noch mal, daß
ich noch eine Stunde trainieren kann. Aber Du weißt
ja, ich konnte nicht früher kommen und wenn ich
mein Training aufschiebe, dann kommt mein Plan wieder
durcheinander." Max verabschiedete sich und verließ
sein Studio. Er mußte zu einer Verabredung mit
seiner Zukünftigen und die durfte er auf keinen
Fall warten lassen.
Es war kurz vor neun, als Thomas an sein erstes Gerät,
dem Fahrrad, ging. Es war nur zum Aufwärmen. Er
stellte den Computer an und wählte eine holprige
Strecke, die er zehn Minuten lang durchfahren sollte
und trat dann in die Pedale. Es war für Thomas
sehr wichtig, daß er jeden Tag trainierte. Er
hatte sich nicht nur jahrelang gehen lassen und nichts
gemacht, er hatte auch seine Freundin auf Grund seiner
Faulheit verloren.
Früher saß er lieber vor dem Fernseher, trank
sein Bier und aß Knabbereien. Aber damit war seit
einem halben Jahr Schluß. Nachdem Zarah von ihm
abgehauen ist, hatte er sich fest vorgenommen nicht
mehr in diesen Trott zu fallen. Und bisher hatte er
durchgehalten. Jeden zweiten Tag im Fitneßstudio,
am Samstag morgen eine Runde Joggen, Bier nur noch am
Samstag abend und möglichst wenig Fernsehschauen.
Naja, abends schaut er schon noch, aber nicht mehr so
oft.
Thomas schaute auf die Computeruhr, die ihm zeigt, daß
er die Hälfte geschafft hatte. Jetzt wurde es immer
schwieriger in die Pedale zu treten. Aber er mußte
sich richtig aufwärmen, damit er sich keine Verletzungen
bei den Gewichten holte. Thomas schaute sich ein wenig
im Studio um. Ganz am Ende des langen Raumes sah er
die zwei Frauen, von denen Max gesprochen hatte. Sie
trainierten gerade ihre Oberschenkel und scherzten dabei.
Allerdings fiel ihm auf, daß eine der Beiden auffallend
oft zu ihm hinüber schielte.